Das World Café auf dem Symposium 2022

Das World Café auf dem Symposium war bei seiner Premiere 2022 ein voller Erfolg. Teilnehmende und Moderator*innen gingen von Beginn an in den regen Austausch miteinander.

Die Ergebnisse der Fragerunden zu den Themenblöcken

  • New Work in der Gemeinschaftsgastronomie
  • Neue Geschäftsmodelle trotz Krise
  • Das neue Normal

haben die Moderatoren im Folgenden zusammengefasst

New Work

New Work in der Gemeinschaftsgastronomie

Als Moderator des S&F Symposiums erläuterte Martin Schmitz (Gründer & Speaker, Schmitz Marketing) zunächst den Ablauf des World Cafés. Nachdem alle Teilnehmer:innen die entsprechende Startposition an einer der drei Stationen eingenommen hatten, begann Martin Schmitz sogleich mit der Moderation der Station III. Unter der Überschrift New Work in der Gemeinschaftsgastronomie wurden dreimal 40 Minuten lang Ideen und Gedanken rund um das Phänomen der neuen Arbeitswelt besprochen.

Als Leitfaden der regen Diskussion standen die zuvor entwickelten Fragen bereit:

  • Was hat sich geändert?
  • Wie führen Sie Ihr Team heute?
  • Wie schaffen Sie es erfolgreich am Arbeitsmarkt zu sein?
  • Gewinnen Sie Herzen oder Mitarbeitende?
  • Welche Rituale machen Ihren Betriebsalltag heilig?
  • Wie nehmen Sie Einfluss auf Spirit und Kultur?

Auf Nachfrage erläuterte Moderator Martin Schmitz eingangs der jeweiligen neuen Runde was unter dem Begriff New Work zu verstehen ist. Einige Fragen die sich im Laufe der Diskussion schnell ergaben waren zudem:

  • Was bedeutet New Work für die Gemeinschaftsgastronomie?
  • Welche Arbeitszeitenmodelle werden relevanter?
  • Wie kann New Work dazu beitragen dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken?
  • Welche Voraussetzungen sind zu schaffen, um erfolgreich New Work Konzepte zu etablieren?

Im Verlauf der drei Runden wurden folgende Schwerpunkte zu New Work in der Gemeinschaftsgastronomie erarbeitet:

Neue Arbeitszeitmodelle

Es wird immer wichtiger individuelle Arbeitszeitmodelle für Mitarbeitende anzubieten. Dies ist alternativlos, da andernfalls die Mitarbeitenden abwandern. Zugleich stellen Arbeitszeitmodelle in der Gemeinschaftsverpflegung ein großes bisher noch nicht voll genutztes Potential dar, um das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren.

Digitalisierung

Der Begriff New Work impliziert im Wesentlichen eine neue Form der Arbeitsorganisation. Der Digitalisierung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Im Gespräch wurde deutlich, dass es mehr Möglichkeiten und Chancen bei fortschreitender Digitalisierung gibt, als bisher wirklich bekannt ist. Entscheidend für den Erfolg ist es alle beteiligten Akteure einzubinden und gemeinsam in interdisziplinären Projektteams die Digitalisierungsstrategie zu realisieren. So können Ablehnung und Überforderung vermieden werden.

Work-Life-Balance

Ein Schlüsselbegriff in der heutigen Arbeitswelt. Inhaltlich ist der Begriff strittig, da tatsächlich Arbeit und Freizeit immer weniger trennscharf sind. Passender ist der Begriff Life-Balance (one Life, one Balance). Dennoch ist die Freizeitkultur heutzutage stark ausgeprägt und ein wesentlicher Punkt im Wettbewerb um Fachkräfte.

Vorhandene Mitarbeitende

New Work kommt bestehenden Mitarbeitenden ebenso zu Gute, wie potenziellen neuen Mitarbeitenden. Es ist klug zunächst mit den bestehenden Mitarbeitenden den New Work Prozess und die Neuorganisation der Arbeit auf den Weg zu bringen, bevor neue Mitarbeitende angeworben werden. Nur so kann ein zutreffendes Erwartungsmanagement erreicht werden.

Image

Das Arbeitgeberimage ist im Wandel. Das ist zum einen auf den Image-Wandel der Arbeit insgesamt zurückzuführen. Allen voran der Bedeutungsverlust von Arbeit. Zum anderen ist jedoch auch das Image der Arbeitgeber stärkerer Aufmerksamkeit ausgesetzt als noch vor wenigen Jahren. Zusehends machen auch Kunden Kaufentscheidungen davon abhängig, wie ein Unternehmen mit Mitarbeitenden umgeht. Der eklatante Fachkräftemangel – zutreffender ist der Begriff Fachkräftenot – wirkt sich besonders stark auf die laufende Transformation der Arbeitswelt aus.

Neue Führung

Erarbeitung und Implementierung klarer Führungsprinzipien ist besonders wesentlich. Nur mit klaren Zusagen und eindeutiger Kommunikation kann der Wettstreit auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich gestaltet werden. Kontinuierliche Weiterbildung auf fachlicher und persönlicher Ebene sind entscheidend, um die Anforderungen an Führung meistern zu können.

Gedankenhygiene

Führungskräfte sind in Zeiten der Polykrisen angehalten, die eigenen Gedanken und Gefühle zu reflektieren. Zwischen Klimakatastrophe, Krieg in Europa, Energiekrise, Inflation, Fachkräftenot, Lieferkettenproblemen, Wohnungsnot, nationalem Protektionismus und vielen weiteren Problemen unserer Zeit gilt es den Durchblick zu behalten. Was ist wirklich relevant, was betrifft wen auf welche Weise, wie kann im Unternehmen daraus vielleicht sogar eine Chance entstehen und diese genutzt werden? Kurz: Wie sollen Mitarbeitende motiviert sein und voller Überzeugung die gesteckten Ziele erreichen, wenn die Führungskraft für sich selbst ein Motivationsproblem hat. Dies wird auf Dauer nicht funktionieren.

Rituale

Große und kleine Rituale haben besondere Bedeutung, denn Rituale machen den Betriebsalltag heilig. So entsteht Strahlkraft. Ob Erfolgsritual, Übergangsritual oder Festritual. Wichtig sind Regelmäßigkeit und Kontinuität bei der Durchführung von Ritualen. Dabei ist nicht entscheidend, ob es sich um ein aufwändiges Ritual wie eine Weihnachtsfeier oder ein kleines Ritual wie einen Wochenabschluss-Umtrunk mit dem Team handelt. Rituale schaffen vielfältige Anknüpfungspunkte und stärken die emotionalen Beziehungen in den Teams. Nach den Pandemiejahren mit Kurzarbeit und Homeoffice ist die Stärkung der sozialen Bindungen innerhalb der Teams als auch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmenden besonders wichtig.

Neue Geschäftsmodelle

Neue Geschäftsmodelle trotz Krise

Im von Robert Baumann (Chefredakteur rhw management) moderierten World Café wurde unter anderem nach neuen Geschäftsmodellen in der Krise gesucht. Hier einige der wichtigsten Punkte, die zusammen mit den anwesenden Küchenleiter:innen in drei Runden erarbeitet wurden:

Top 1 „Voll pflanzlich“ statt „vegan“

Als Anbieter von Speisen sollte man nicht mehr von „vegan“ sprechen, sondern besser von „voll pflanzlich“. Es ist laut Anbietern und dem Verband ProVeg enorm, was die andere Formulierung bei den Menschen an unterschiedlichen Assoziationen auslöst bei Akzeptanz und Kaufverhalten.

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