
Die Frauenhofer Studie hat bestätigt: Die Gastlichkeit- mit all ihren Facetten und weitreichenden Auswirkungen auf Beschäftigung und Wertschöpfung, gehört als zweit größter Industriezweig zu den wichtigsten in Deutschland. Wie erkennen wir unsere Potentiale in Zeiten geopolitischer Krisen, die massive Auswirkungen auf unsere Gastwelt hat? Schon seit Jahren steigen die Lebensmittelpreise, stagniert unsere Wirtschaft und damit schwindet die Kaufkraft unserer Kunden. Hinzu kommen die Auswirkungen des demografischen Wandels unserer Zeit zu fehlenden Arbeits- und Fachkräften im Land. Bis ins Jahr 2030 sind dies 100.000 fehlende Mitarbeitende pro Jahr. Dies alles führt zur Umgestaltung der gastronomischen Unternehmen, bis hin zu massenhaften Schließungen in unserem Land. Der Konjunkturklimaindikator steigt insgesamt auf 89 Punkte – bleibt aber damit unter der Wachstumsgrenze von 100. Hinzu kommt der gesellschaftliche Wandel. Wir befinden uns schon seit Jahren in einem Arbeitnehmermarkt und müssen auch unsere unternehmerischen Statuten als Arbeitgebermarke an den veränderten Anforderungen unserer Gesellschaft anpassen.
Die Potentiale zur Wachstumsstrategie liegen unseres Erachtens in erster Linie bei unseren Gästen und somit letztlich bei uns selbst. Hierbei gilt es die wechselhaften Bedarfe und Bedürfnisse unserer Kunden zu erkennen und sich in seiner Flexibilität mit seinen Angeboten, Dienstleistungen und Preisen darauf einzustellen. Das kann oder sollte vielleicht zu einem kompletten Paradigmenwechsel führen, um Grundlegendes in unserer Unternehmenswelt zu verändern. Alt bewährtes und Strukturen von Raum, Technik und Personal sowie damit verbundene Prozesse zu verändern. Ein etwas anderes denken ist gefragt, um diesen Wandel als Change-Prozess im Unternehmen in allen Segmenten erfolgreich umzusetzen. Dazu gehört sicherlich auch, neben den ihnen bekannten Faktoren, eine sinnvolle auf das Unternehmen ausgerichtete Digitalisierung. Nur so erreichen wir für unsere Gäste von Morgen in der gewünschten Ergebnisqualität, die gewünschte messbare Produkt- und Dienstleistungsqualität und Wirtschaftlichkeit zurück.

Ein damit verbundenes weiteres Potential liegt im Marketing. Der Bedeutungswandel des Marketings wurde spätestens mit dem Einzug der Digitalisierung spürbar: durch die Reduzierung der Verkaufszahlen und Kommunikation hat es sich selbst schnell überflüssig gemacht. Marketing braucht Erneuerung und Rückbesinnung zugleich. Die Zukunft des Marketings liegt im Kristallisationspunkt aller unternehmerischer Tätigkeiten, dem radikalen Fokus auf den Kunden. Während viele Marketing Ratgeber mit dem Appell „Zurück zum Kunden“ enden, zeigen die Experten hier im Detail, warum Marketing ein neues Mindset braucht, wie es sich strategisch neu aufstellen und operativ zum Wohle des Kunden umsetzen lässt: empathisch, agil, ganzheitlich vernetzt und iterativ.
Nutzen Sie, mit dem richtigen SEHEN auf ihre Kunden die Potentiale in Ihrem Unternehmen und lassen Sie uns dafür gemeinsam kämpfen, das unsere Gastwelt von Morgen als Kulturgut und Plattform für das soziale Miteinander, so wie es unser Freund Jean-Georges Ploner (französischer Unternehmer, Berater und Autor), schon 2021 in seiner „Gastro Utopie 2030“ beschrieben hat, nicht verloren geht und weiterhin in unseren Regionen und unserem Land bestehen bleibt.

Ein Artikel von Marcus Seidl & Ulrich Fladung
(Geschäftsführung S&F-Consulting)
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